Verborgene Geschichte/n – remapping Mozart
ist ein künstlerisch konzipiertes Intendanzprojekt von WIENER
MOZARTJAHR 2006 mit dem Anspruch, Foren zu schaffen, die über dieses
Jahr hinweg Bewusstsein vertiefen und geschichtlich-wissenschaftliche
Akzente setzen. Es trägt im Gespräch mit anderen Kulturen zu einer
neuen und offenen Sicht der Kulturgeschichte von Wien bei.
Peter Marboe, Intendant WIENER MOZARTJAHR 2006
 Sich
mit Mozart, seiner Zeit, seinem Werk und seiner Rezeption zu
konfrontieren bedeutet, sich auf eine Auseinandersetzung mit Geschichte
einzulassen. Zumeist wird diese Geschichte bis heute aus der
Perspektive der Mächtigen und der Mehrheit geschrieben. Mit mächtigen
und historisch gewachsenen Geschichtsbildern und geografischen Karten
werden Zeit und Raum, Geschichte und Gegenwart festgeschrieben – unter
Ausblendung, Verdrängung und Negation sehr vieler Perspektiven und über
viele Positionen hinweg. Es gibt also jene, die Geschichte schreiben,
und jene, über die sie geschrieben wird, die bloß als Objekte Eingang
in die Historiografie finden. Mit Verborgene Geschichte/n - remapping Mozart
wird ein Projekt vorgestellt, das eine Gegengeschichtsschreibung
vornimmt und einfordert. Es stellt dem vorherrschenden Geschichtsbild
und der Konstruktion eines einzigen Geschichtskanons eine Mehrzahl von
Geschichten gegenüber und widmet sich jenen verborgenen Positionen,
Fakten, Strukturen und Zusammenhängen, die bei großen nationalen
Jubiläen gemeinhin unsichtbar und verschüttet bleiben.
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