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Konfiguration II: Frisch zum Kampfe! Frisch zum Streite!
Eine Ausstellung mit Dokumenten und künstlerischen Arbeiten

Molkereistraße 2/Max-Winter-Platz 17, 1020 Wien
Eröffnung: 3. Mai 2006, 19 Uhr

Dauer: 4. Mai – 11. Juni 2006
Öffnungszeiten: Mo geschl., Di 11 – 17 Uhr, Mi – So 13 – 19 Uhr


Eine Informationsausstellung mit Dokumenten und künstlerischen Arbeiten geht Fragen nach „Toleranz und Polizey“, nach der Produktion von „Normalität und Ausgrenzung“, nach Regulierung und Protest, im Österreich des „Aufgeklärten Absolutismus“ nach und untersucht welche Rolle diese Themen bis in die Gegenwart spielen. Ein Exkurs blickt über die österreichischen Grenzen hinaus und beschäftigt sich mit Formen von Revolution und Aufständen in einem internationalen Zusammenhang.

Mehr zur Ausstellung

 

Image Mit künstlerischen und wissenschaftlichen Beiträgen sowie Materialien von:
Carola Dertnig, Deserteurs- und Flüchtlingsberatung Wien, Nikita Dhawan, Maria do Mar Castro Varela, Petja Dimitrova, Sonja Draub, Harun Farocki, Alix Gilka-Bötzow, Peter Grabher, Moira Hille, Lisa Holzer, Peter Horn, Marty Huber, Initiative Minderheiten / Gamze Ongan, Ari Joskowicz, Araba Evelyn Johnston-Arthur, Kein Mensch ist illegal, Kurswechsel / Paul Scheibelhofer, Martin Krenn, Belinda Kazeem, Andrea Komlosy, Katharina Lampert, Nora Landkammer, Marko Lulić, Machfeld (aka Michael Mastrototaro, Sabine Maier), Rudi Maier, MAIZ, Melanie Mertz, Martha Murphy, Katharina Olschbaum, Lisl Ponger, Sascha Reichstein, Patricia Reschenbach, Oliver Ressler, Anja Salomonowitz, Julia Seyr, Julian Sharp, Tim Sharp, Deniz Sözen, Hito Steyerl, Hannah Stippl, Anton Tantner, Toledo i Dertschei, Barthélémy Toguo, Milica Tomić, Claudia Unterweger, Borjana Ventzislavova & Miroslav Ničić, Teun Voeten, Jun Yang, ˇelimir ˇilnik

Biografien

 

KuratorInnenführungen
Führungen durch die Ausstellung mit Ljubomir Bratić und Nora Sternfeld
Molkereistraße 2/Max-Winter-Platz 17, 1020 Wien
Do, 4. Mai 2006, 19 Uhr
So, 11. Juni 2006, 13 Uhr

 

Alle die hier sind, sind von hier
Führungen durch das Stuwerviertel mit den KuratorInnen
Treffpunkt: Molkereistraße 2/Max-Winter-Platz 17, 1020 Wien
18. und 25. Mai 2006, 1. Juni 2006, jeweils 17 Uhr

Ein Rundgang entlang der einzelnen Locations der Konfiguration eröffnet StadtstreicherInnen eine Auseinandersetzung mit dem Stuwerviertel heute und der Welt im 18. Jahrhundert.

Biografien

 

Einbahnstraße
Image Arbeiten und Projekte von Martin Krenn
Galerie Vor Ort
Wohlmutstrasse 14-16, 1020 Wien

Eröffnung: 11. Mai 2006, 19 Uhr
Dauer: 12. Mai bis 10. Juni 2006

Öffnungszeiten: Mo, Di, Do, Fr 10 – 18 Uhr; Mi 14 – 18 Uhr; Sa u. So geschl.

Martin Krenns künstlerische Praxis macht gegenwärtige Logiken von Normierung und Ausschluss zum Thema und beschäftigt sich mit Möglichkeiten, ihnen etwas zu entgegnen. Sie stellt damit die Leitthemen der Konfiguration in aktuelle Zusammenhänge. Der Titel Einbahnstraße verweist auf die Tatsache, dass im Stuwerviertel seit einiger Zeit sukzessive ein im Dienste der Regulierung der Sexarbeit stehendes Einbahn- und Sackgassensystem eingeführt wird. Er bezieht sich zugleich auf ein Buch von Walter Benjamin, das zu einem Zeitpunkt entstand, an dem Benjamin die Politisierung seines Schreibens vorantrieb. Von der Entscheidung zur Politik, scheint der Titel sagen zu wollen, führt kein Weg zurück.
Krenn untersucht und diskutiert in seinem Werk soziopolitische Themen. Er arbeitet in unterschiedlichen Medien wie Fotografie, Video und Internet und entwickelt Projekte, die in Ausstellungen, im Web und im öffentlichen Raum realisiert werden. Seine Arbeiten beschäftigen sich mit Migration, institutionellem Rassismus und Bewegungsfreiheit ebenso wie mit gegenwärtigen globalen und nationalen Normierungs- und Sicherheitsdiskursen. Gezeigt werden künstlerische Projekte, die mit unterschiedlichen KooperationspartnerInnen entstanden sind und nach den Formen und Möglichkeiten von Protest fragen.

Biografien



Zeitschriftenpräsentation
Kurswechsel: Normalität der Ungleichheit? Confronting Inequality!
Galerie Vor Ort
Wohlmutstrasse 14-16, 1020 Wien
Donnerstag, 8. Juni 2006, 19 Uhr

Diese Kurswechsel-Ausgabe nimmt die Produktion von Ungleichheiten im Kontext von Migration als Anlass, um deren verfestigte „Normalität“ zu hinterfragen. AutorInnen aus diversen Zusammenhängen behandeln Möglichkeiten und Praktiken Ungleichheiten zu konfrontieren und selbstbestimmte Gegen-Normalitäten zu entwerfen. Dabei vereint das Heft unterschiedlichste Zugänge, etwa: die Analyse der Rolle von Geldrückflüssen (Remittancies), Pflegearbeit oder Mehrsprachigkeit im Kontext von Migration. Aber auch Fragen politischer Partizipation oder die Bedeutung von literarischer Produktion durch MigrantInnen werden besprochen. In einem Podiumsgespräch loten AutorInnen der Kurswechsel-Ausgabe historisch gewachsene Ungleichheiten im Kontext von Migration, sowie aktuelle Gegenstrategien aus.

Biografien



Image Es geht um, was her geht
Ein Projekt in 12 Schaufenstern des Stuwerviertels

Dauer: 3. Mai – 11. Juni 2006

Das Projekt Es geht um, was hergeht untersucht subjektive und gesellschaftliche Umgangsweisen von Einschreibungen in den öffentlichen Raum und unsichtbare Realitäten in eben diesem. Verteilt über das gesamte Stuwerviertel werden insgesamt 12 Schaufenster mit künstlerischen Arbeiten und Projekten von neun Künstlerinnen bespielt.

Künstlerinnen: Carola Dertnig, Petja Dimitrova, Sonja Draub, Kristina Haider, Moira Hille, Lisa Holzer, Katharina Lampert, Sascha Reichstein, Patricia Reschenbach

Biografien



Ich verstehe immer nur Bahnhof...
Ein Schaufensterprojekt von Tim Sharp

Dauer: 3. Mai – 11. Juni 2006
Wildwuchs, Ennsgasse 7 und Installateur Riedel, Ennsgasse 7-11, 1020 Wien

Image Bahnhöfe waren nicht nur ein Resultat der Industriellen Revolution, sondern auch Kanäle wichtiger politischer und sozialer Ideen. Die Fahrpläne, die eine strukturierte und standardisierte Zeitrechnung voraussetzten, wirkten daher auch als Mittel die Öffentlichkeit zu disziplinieren. Zur selben Zeit war die Bahn ein „Kultur-Transporteur“ der offiziellen deutschsprachigen Kultur des Habsburger-Reiches an die Peripherie, während gleichzeitig Rohmaterial, Güter und Arbeitskräfte ins Zentrum transportiert wurden. Mitte des 19. Jahrhunderts war der Nordbahnhof im zweiten Bezirk einer der wichtigsten Bahnhöfe in Europa. Dort kamen tausende von „Reichs-MigrantInnen“ aus dem ländlichen Hinterland von Böhmen, Mähren, der Slowakei und Polen in Wien an. Bahnstationen funktionierten daher immer auch als ein Instrument systemischer Regulation. 1938 begann die Flucht vieler jüdischer Flüchtlinge von eben dieser Bahnstation. Ohne die große Infrastruktur der Bahn und deren Organisation wären die Transporte und die daraus folgende Vernichtung von Juden und Jüdinnen, Roma und Sinti, Homosexuellen und politischen Gefangenen nicht möglich gewesen.

Biografien



Recherche als künstlerische Strategie
Eine Ausstellung mit Studentinnen der Universität für angewandte Kunst Wien
Wohlmutstrasse 22, 1020 Wien

Image Eröffnung: 3. Mai 2006, 20 Uhr
Dauer: 4. Mai – 11. Juni 2006
Öffnungszeiten: Mo – Mi 9 – 12 Uhr
Do 14 – 19 Uhr; Sa u. So geschl.

Anhand der Methode Recherche als künstlerische Strategie entwickelte eine Gruppe von Studentinnen an der Universität für angewandte Kunst Wien ein Semester lang ein Projekt, das sich ausgehend von Mozarts Rezeption mit Formen der Geschichtskonstruktion und der Geschichte Wiens beschäftigt. Die Ergebnisse eines intensiven Prozesses der Auseinandersetzung mit dem Konstrukt des Nationalstaates, mit Kartographien und Kategorisierungen, nationalen Mythenbildungen, Mozartwohnhäusern sowie mit den Kontinuitäten des Nationalsozialismus, arisierten Gebäuden und ausgebliebenen Restitutionen werden in einer kleinen Ausstellung zusammengeführt.

Künstlerinnen: Lisl Ponger, Alix Gilka-Bötzow, Nora Landkammer, Melanie Mertz, Katharina Olschbaum, Julia Seyr, Deniz Sözen

Biografien



Die Revolution filmen
Vier Filmabende zusammengestellt von Peter Grabher
Café Apartment 02
Obermüllnerstraße 2/c/6, 1020 Wien
Termine: 20., 26. Mai 2006, 3., 10. Juni 2006
Beginn: jeweils 20 Uhr

In revolutionären Prozessen spielen emblematische Bilder und theatralische Szenen immer wieder eine Schlüsselrolle. Der dramatische Ereignischarakter der Revolution macht sie auch zu einem attraktiven Sujet für den Film. Seit dem sowjetischen Revolutionskino der 1920er Jahre verhandeln Filme Revolutionen und Aufstände. Eine kleine Filmreihe legt den Fokus auf die Interpretation der Französischen Revolution in Spiel- und Dokumentarfilmen: Der Bruch mit dem Absolutismus in Frankreich sowie der Bruch mit dem französischen Kolonialismus in Haiti sind die unterschiedlichen Bezugspunkte, die den Blick dieser Filme motivieren.

Biografien



Filmprogramm:


Samstag 20. Mai 2006
1789
Ariane Mnouchkine, F 1973, 151 Min., frz. OF mit dt. Untertiteln, Video
1970 inszenierte Ariane Mnouchkine mit dem Kollektiv des Théâtre du Soleil eine Szenenfolge über das erste Jahr der Französischen Revolution in einer alten Fabrikhalle am Stadtrand von Paris. Burleske, Pantomime, Akrobatik und Improvisation mischen sich in dieser enthusiastischen Re-Inszenierung des revolutionären Tumults. Sie endet mit der Konfrontation zwischen den königstreuen Bourgeois und den Radikalen – dem „Peuple“, der die Herstellung von universaler Gleichheit bis zum Ende führen will.

Freitag 26. Mai 2006
La ultima cena (The Last Supper)
Tomás Gutiérrez Alea, Kuba 1976, 120 Min., span. OF mit engl. Untertiteln, DVD
Kuba, 1790: Der französische Besitzer einer Zuckerrohrplantage versammelt in der Karwoche zwölf seiner von den Aufsehern arg geschundenen schwarzen Sklaven zu einem symbolischen Abendmahl. Als die Aufseher ihnen die für Karfreitag versprochene Arbeitsruhe verweigern und ein Aufstand ausbricht, erweist sich die zelebrierte Brüderlichkeit als Heuchelei: der Graf lässt alle Aufrührer niedermetzeln, nur einer entkommt.

Samstag 3. Juni 2006
Toussaint Louverture, Haïti et la France (Toussaint Louverture, Haiti und Frankreich)
Laurent Lutaud & Georges Nivoix, F 2004, 52 Min., frz. OF mit dt. Live-Übersetzung
Der Film verfolgt die Spuren Toussaint-Louvertures (1743-1803), eines Anführers des anti-kolonialen Aufstandes in der französischen Kolonie Saint-Domingue auf Haiti. Der ehemalige Sklave verteidigte die 1791 vom revolutionären Frankreich zugestandene Gleichstellung der Sklaven gegen deren Rücknahme und bahnte Haiti als erstem lateinamerikanischen Land den Weg in die Unabhängigkeit, die kurz nach seinem Tod im Gefängnis gegen die Truppen Napoleons erkämpft wurde.  

Royal Bonbon

Charles Najman, F 2002, 90 Min., frz./kreolische OF mit engl. Untertiteln, DVD
In den Strassen von Cap-Haïtien träumt ein Vagabund von seinem imaginären Königreich. Er hält sich für die Reinkarnation von König Henri Christophe (1767-1820), den früheren Sklaven und Befreier Haitis im Jahr 1804. Als „König Chacha“ aus der Stadt vertrieben wird, flüchtet er in die grandiosen Ruinen des Schlosses Sans Souci, wo er seinen „Hof“ wiederherstellt. Der erste Film, der zur Gänze in Haiti gedreht wurde.

Image Samstag 10. Juni 2006
Week End
Jean-Luc Godard, F/I 1967, 99 Min., frz. OF mit engl. Untertiteln, DVD
Ein Pariser Mauerspruch verkündete im Mai ’68: „Ein einziges nichtrevolutionäres Wochenende ist unendlich viel blutiger als ein Monat permanenter Revolution.“ Godards Week End ist die verstörende Illustration dieses Slogans: Freiheit ist die Freiheit der Autofahrer, Gleichheit die der Waren, Brüderlichkeit kaum eine Erinnerung mehr. Zwischen Autounfällen erklingt die Klavier-Sonate in D-Dur (KV 576) von Mozart (dem „Goldstandard der Komponisten“, Kaja Silverman) aus dem revolutionären Jahr 1789. „Ein Film verirrt im Kosmos“, „gefunden auf dem Schrotthaufen“ lauten die ersten Zwischentitel, „Ende der Geschichte. Ende des Kinos“ die letzten dieses Films, in dem Godard sein Kino der Nouvelle Vague an die Wand fährt.



ImageVED300 vs. Mozart
Ein Projekt von Machfeld (aka Michael Mastrototaro, Sabine Maier)
Max-Winter-Platz 21/1, 1020 Wien
3. Mai – 3. Juni 2006

Videoaufnahmen und found-footage-Material von Mozart und des Gebietes um das Stuwerviertel stellen den Ausgangspunkt für eine interaktive Video-Installation in den Schaufenstern und Räumen der KünstlerInnengruppe Machfeld dar. Die abstrakten Videosequenzen werden durch die Anwesenheit der RezipientInnen visuell geschnitten. Interaktion löst somit visuelle Transformation aus. Die Instabilität der analogen Geräte ist konzeptioneller Bestandteil und Werkzeug/Metapher von Veränderung in einem gesellschaftlichen Zusammenhang.

Biografien



Traktat über die Veränderung der Verhältnisse

Eine Montage historischer und gegenwärtiger Texte und Manifeste gelesen von Gelesen von Julian Sharp und Marty Huber
Café am Park
Max-Winter-Platz 8, 1020 Wien
15. Mai und 29. Mai 2006, jeweils 19 Uhr

Image In der Geschichte gibt es immer wieder Beispiele der Wirksamkeit von aufrührerischen Texten, die, mitunter anonym verfasst, unter den Ladentischen verbreitet wurden. Im 18. Jahrhundert von großer Relevanz war etwa das Traktat über die drei Betrüger, das als radikale Abrechnung mit den drei monotheistischen Religionen, ihren Machtansprüchen und Herrschaftstechniken zu großer öffentlicher Aufmerksamkeit gelangte. Es handelt sich dabei um eine Paraphrase und Montage von Texten aus dem 17. Jahrhundert. Die Lesung nimmt auf diese Tradition Bezug und präsentiert eine Textcollage aus historischen und gegenwärtigen Texten und Manifesten über Aufbrüche und Einsprüche, Forderungen und Revolutionen.

Biografien

 

Mozart dekolonisiert. Von Kulturimperialismus und Zivilisierungsmissionen
Vortrag von Maria Do Mar Castro Varela und Nikita Dhawan
Kultur- und Bildungszentrum Venediger-Au/Prater
Ybbsstrasse 15, 1020 Wien
27. Mai 2006, 19 Uhr

Image Die beiden postkolonialen Theoretikerinnen Maria Do Mar Castro Varela und Nikita Dhawan gehen in einem Vortrag der Verbindung zwischen der Etablierung europäischer Bürgerlichkeit und dem Kolonialismus nach. Kolonialismus ist nicht nur geographische Expansion und ökonomischer Imperialismus, sondern bedeutet auch die Produktion eines „zivilisierten“ Europas und des „barbarischen Rests“. Deswegen kann der Prozess der Dekolonisierung nicht auf einen bloßen Machttransfer limitiert bleiben. Die Irritierung und Sabotierung kultureller Normen ist mindestens genauso wichtig. Postkolonialismus impliziert die Zerstörung des „guten Geschmacks“, die dekonstruktive Bildstörung und ein Auflehnen gegen die epistemische Gewalt, die von Europa und seinen „Eliten“ ausgeht. In dem Vortrag werden u. a. „Mimikry“ und „Hybridität“ als mögliche antikoloniale Strategien vorgestellt sowie deren Möglichkeiten und Grenzen austariert.

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