Remapping Mozart
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Es ist kein Traum! 
(aus Die Zauberflöte, 1. Aufzug, 19. Auftritt, Tamino)

 
brick-5, Fünfhausgasse 5, 1150 Wien
Eröffnung 6. September 2006, 19 Uhr
Dauer 7. September – 15. Oktober 2006
KuratorInnen Ljubomir Bratić und Luisa Ziaja, Co-Kuratorin im Bereich Erziehung Nora Sternfeld

 

Image „Es ist kein Traum!“ … das Gültige, Sagbare und Machbare aufzubrechen und zu verändern. Zum Abschluss des Projekts Verborgene Geschichte/n – remapping Mozart, das sich zum Ziel gesetzt hat, eine Gegengeschichtsschreibung vorzunehmen und einzufordern, beschäftigt sich die vierte Konfiguration mit historischen und gegenwärtigen Ansätzen politischer Veränderung an der Schnittstelle von Kunst und Gesellschaft.
Im späten 18. Jahrhundert wird das Verhältnis von Kunst und Gesellschaft intensiv diskutiert und neu definiert: So entwickelt sich mit der Autonomisierung der Kunst gleichzeitig die Frage nach ihrer gesellschaftlichen Relevanz und erzieherischen Funktion. „Es ist kein Traum!“ widmet sich in diesem Zusammenhang der Beziehung zwischen der Kunst und ihren BetrachterInnen. Wie lässt sich heute das Verhältnis von Betrachten und Handeln fassen? Sind dies notwendigerweise zwei voneinander getrennte Verhaltensmomente oder können wir sie auch zusammen denken? Worin besteht der partizipative Aspekt der Kunst, aber auch von Individuen und Gruppen an der heutigen Gesellschaft? Und wie lässt sich darin die Position eines/einer emanzipierten ZuschauerIn einnehmen?

Ausgehend von den Fragen nach der erzieherischen Funktion der Kunst und der Funktion der Erziehung in der Gesellschaft entwirft die Ausstellung in den Räumlichkeiten des Brick-5 - der ehemaligen Turnhalle einer jüdischen Schule und einem ehemaligen Fabriksgebäude - eine Erzählung zu „Betrachten und Handeln“. Die Institutionen Schule und Museum und ihr normierendes wie auch emanzipatorisches Potential werden ebenso in den Blick genommen wie nicht-institutionelle Gegenentwürfe der Wissensvermittlung und Wissensaneignung. Im Begriff der „militanten Forschung“, die im theoretischen und praktischen Arbeiten die Entwicklung alternativer Gesellschaftsmodelle forciert, wird die Sphäre des Wissens – gleichsam des Betrachtens – mit jener der gesellschaftspolitischen Kämpfe – also des Handelns – verknüpft.

ImageGleichzeitig greift die Ausstellung die drei vorhergehenden Konfigurationen unter dem Aspekt der „Historisierung als Strategie“ noch einmal auf und betreibt damit in gewisser Weise eine Selbsthistorisierung des Projekts. Dies zunächst um den inhaltlichen Zusammenhang aller vier Einheiten augenscheinlich zu machen und die zentralen Aspekte zusammenzuführen: Die Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Normsystemen und ihren vielfältigen Ausschlussmechanismen ebenso wie die Parteinahme für emanzipatorische Ansätze und Aktivismen, die sich dieser Normalität widersetzen. Ausgehend von Mozart hat Verborgene Geschichte/n – remapping Mozart bereits in seinen ersten drei Teilen problematische Paradigmen, die aus der Zeit der Aufklärung stammen und heute noch relevant sind, identifiziert und eine Gegengeschichtsschreibung eingefordert und selbst vorgenommen. Die vierte Ausstellung stellt nun ihren Gegenwartsbezug verstärkt in den Vordergrund - hier wird Mozart nur noch im Titel zitiert – das 18. Jahrhundert aber wiederum zum Ausgangspunkt genommen. Letztlich ist ein wesentliches Ziel des Projekts bestimmte Themen in den „Mainstream“ einzubringen und verhandelbar zu machen. Das verstehen wir als unsere Aufgabe als KulturproduzentInnen und sehen uns gleichzeitig in einem größeren gemeinschaftlichen Handlungszusammenhang, der dort ansetzt, wo Kunst und Kultur an ihre Grenzen stoßen. 

 



  

 

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